Hämelerwalder Straße 26, 31275 Lehrte OT Sieverhausen

Sievershäuser Dorffehde: Spiel und Spaß beim Unentschieden

Am Himmelfahrtstag verwandelte sich die TSV-Sportanlage am Schmiedeweg erneut in einen Schauplatz voller Emotionen, sportlicher Wettkämpfe und bester Unterhaltung: Die traditionelle Sievershäuser Dorffehde zwischen Norddorf und Süddorf lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Ort an. Veranstaltet wurde das beliebte Dorffest vom TSV 03 Sievershausen.

Bereits am Morgen strömten die ersten Teilnehmer in den traditionellen Farben der beiden Dorfhälften – Rot für das Norddorf und Blau für das Süddorf – zum Gottesdienst auf das Veranstaltungsgelände. Der traditionelle Freiluftgottesdienst wurde aufgrund der Wetterprognose in das Sportheim verlegt. Der Gottesdienst ist immer ein sehr gut besuchter Beginn der Dorffehde, denn hier wird schon der erste Punkt für die meisten Teilnehmer vergeben. Mit einem derartigen Andrang hatten die Organisatoren dann aber doch nicht gerechnet. 246 Gäste drängten sich in das TSV-Sportheim. Bänke und Stühle mussten reichlich nachgeholt werden, bis dann schließlich Pastor Thorsten Leißer mit etwas Verspätung die Andacht beginnen konnte. Gewohnt erfrischend und mit vielen Mitmachliedern begeisterte er die Gottesdienstbesucher. Weniger begeistert war TSV-Vorsitzender und Süddörfler Jörg Schwieger, der die Aufgabe hatte, die Besucher zu zählen. Schließlich konnte er nur 108 Gottesdienstbesucher aus dem Süden registrieren, während der Norden mit 138 Teilnehmer im Sportheim vertreten war. So ging der erste Punkt an das Norddorf.

Dann ging es zu den Fußballspielen und hier zeigten sich die Süddörfler besser vorbereitet, sowohl bei den Kindern, den Jugendlichen und den Erwachsenen siegte der Süden. Lediglich bei den Gehfußballern behielt der Norden die Oberhand. Zwischenstand nach den Fußballspielen damit 3:2 für den Süden.

Im Anschluss folgten zahlreiche sportliche und humorvolle Wettkämpfe für Kinder und Erwachsene. Ob Geschicklichkeitsspiele, Staffelwettbewerbe oder kreative Teamaufgaben – stets standen Spaß, Gemeinschaft und lautstarke Unterstützung durch das Publikum im Mittelpunkt. Besonders die ungewöhnlichen Disziplinen sorgten immer wieder für Gelächter und großen Applaus an der Seitenlinie.

Die Kinder hatten zunächst die Aufgabe, Klebebälle auf eine Dartscheibe zu werfen und dort nur die Farben der eigenen Dorfhälfte zu treffen. Der Süden war zielsicherer und erhöhte auf 4:2. Dann waren die Erwachsenen an der Reihe. Sie wurden in ein Laufband gesteckt und mussten eine Parcours ablaufen. Der Norden war schneller und verkürzte auf 4:3.

Dann kam des zweite Kinderspiel. Tischtennisbälle sollten in einer Eierpappe geworfen werden. Dies war gar nicht so einfach und so wurde jeder Treffer bejubelt. Das Süddorf jubelte häufiger und erhöhte auf 5:3. Beim Spiel „In Omas Hose ist noch Platz“ galt es, Tennisbälle in eine übergroße Hose des Zielspielers zu werfen. Auch hier hatte der Süden die ruhigere Hand und baute die Führung auf 6:3 aus. Es sah alles nach einem sicheren Sieg für die Blauen aus. Aber dann drehte das Norddorf auf. Der Süden war sich offenbar zu sicher.

Beim Spiel „Naseweiß“ hatten fünf Spieler die Aufgabe, mit einer Spielkarte im Mund Mehl von einer Person zu anderen zu geben. Das Publikum tobte, weil jedes Ein- uns Ausatmen oder ein ungewolltes Lachen dazu führte, dass das komplette Gesicht weiß war. Am Ende wurde das Mehl ausgewogen. Das Süddorf hatte 22 Gramm transportiert, dass Norddorf sogar 26 Gramm und damit auf 4:6 verkürzt.

Es folgte „Locker in den Hüften“. Tischtennisbälle mussten aus einem Karton, der um die Hüfte gebunden war, herausgetanzt oder gehüpft werden. Nur noch 6:5 für den Süden.

Ob es ein Sieg für den Süden geben oder das Norddorf noch ein Unentschieden erkämpfen würde, musste also das letzte Spiel zeigen. Die Spieler bekamen einen Hut aufgesetzt, in dem Becher integriert waren. Hier sollten Tischtennisbälle hineingeworfen werden. Bei jedem Treffer galt es, ein bereitgestelltes Getränk zu verzehren. Das Spiel ähnelte also dem bekannten „Bierpong“. Der Norden war durstiger und glich tatsächlich noch zum 6.6 aus.

Auch abseits der Wettkämpfe war für beste Stimmung gesorgt. Die Besucher nutzten das vielfältige Angebot an Speisen und Getränken. Kinder tobten auf dem Gelände, sprangen in der Hüpfburg und bestaunten Zauberclown Tobini, der das Sportheim wieder fülllte, diesmal mit Kindern. Viele ehemalige Sievershäuser nutzten die Gelegenheit zum Wiedersehen und Austausch. Die Dorffehde zeigte einmal mehr, wie lebendig das Vereins- und Dorfleben in Sievershausen ist.

Den gelungenen Abschluss bildeten die Siegerehrung durch Ortsbürgermeister Armin Hapke an die beiden Bürgermeister des Süd- und des Norddorfs Walter Behrens und Ulrich Pröve sowie die traditionelle After-Dorffehde-Party, bei der bis in den späten Abend gemeinsam gefeiert wurde. Schon jetzt freuen sich die Sievershäuser auf die nächste Auflage des kultigen Wettstreits zwischen Nord- und Süddorf am Himmelfahrtstag 2027.

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